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Laufende Dissertationen am Fachgebiet Architekturkommunikation

Autor: Oriana Kraemer
Titel: E-Partizipation in der Stadtplanung - Kommunikative Nutzung und Wirkungen digitaler Beteiligungsinstrumente

Beginn: März 2016

 

Das Internet ermöglicht sowohl im virtuellen als auch im realen Raum neue Formen der Kommunikation und der Selbstorganisation. Auch die Stadtplanung reagiert auf den Wandel der politischen Kommunikation und setzt zunehmend digitale Medien für die Bürgerbeteiligung ein. Es gibt allerdings noch kaum wissenschaftliche Erkenntnisse über Mobilisierungspotential und Wirksamkeit dieser neuen Beteiligungsinstrumente. Vorhandene Untersuchungen zum Thema fokussieren meist einseitig auf technologische Bedingungen oder positive Wirkungsaspekte.

Diese Arbeit soll deutlich darüber hinausgehen, indem sie systematisch die empirischen Wirkungen von E-Partizipation untersucht und auf kommunikationstheoretischer Basis nach deren Ursachen fragt. Dafür werden Intentionen, Rezeptionsmuster und medial bedingte Möglichkeiten dreier Fallbeispiele verschiedener politischer Ebenen aus Dublin/Irland analysiert und gegenübergestellt. Eine methodische und theoretische Triangulation soll dabei eine möglichst perspektivenreiche Erfassung dieses interdisziplinären und komplexen Themas gewährleisten. Ziel der Arbeit ist es, auf einer verlässlichen empirischen Basis eine theoretische Modellierung der Nutzung webbasierter Beteiligungsinstrumente in der Stadtplanung zu ermöglichen und Handlungsperspektiven für die Weiterentwicklung derselben aufzuzeigen.

 

Autorin: Katrin Voermanek
Titel: Architektur als Herzensangelegenheit. Lehren aus dem Werk von Julius Posener, Architekturkritiker, Vermittler und Aktivist
Beginn: Juni 2013

 

Julius Posener (1904 – 1996) gilt als Nestor bzw. "Doyen der deutschen Architekturkritik". Einerseits wirkte er als Autor für zahlreiche Fachzeitschriften, Fachbücher und Tageszeitungen, andererseits aber auch als engagierter Lehrer an Hochschulen sowie regelrechter "Architektur-Aktivist". Als solcher setzte er sich im Rahmen politischer bzw. ehrenamtlicher Tätigkeiten, in Texten und mit Hilfe von Leserbriefen für den Erhalt gefährdeter Gebäude ein und konnte zur Rettung einiger entscheidend beitragen.Ziel der Arbeit ist die wissenschaftliche Untersuchung der Bedeutung Poseners als Kritiker und Vermittler in seiner Zeit. Sie untersucht sein Wirken im Hinblick darauf, welche Folgerungen daraus für die heutige Praxis der Architekturvermittlung gezogen werden können. Analysiert werden soll seine besondere Stellung in der Reihe damaliger Kollegen und die Frage, wie er durch seine Arbeit das Verständnis und auch die Funktion von Architekturkritik und Architekturvermittlung bis heute verändert hat. Die Analyse konzentriert sich auf Poseners Schaffen in den Jahren nach 1961, seine Alleinstellung als Autor und engagierte „öffentliche Person“ im damaligen deutschen bzw. Berliner Architekturdiskurs. Besondere Aufmerksamkeit soll dabei der für ihn typischen unelitären, meinungsfreudigen, subjektiv-emotionalen und „bekennenden“ Art zu schreiben wie auch zu sprechen gelten, durch die er Fachleute wie Laien gleichermaßen zu erreichen vermochte.

 

Autorin:  Deniz Yatağan
Titel: The Effect of Migration on Children's Relationship to Their Environment and Their Sense of Place
Beginn: April 2011

 

The research is going to focus on the concept of „home“ for children with a migratory background. After leaving a familiar place, children and adults alike need an adjustment period to turn their new environment into a „home“. This research looks at the effects of a move during the formative phase of the concept of „home“ in a child’s development and aims to develop design ideas and principles to help immigrant children find new home places in a foreign environment. Moreover, children should be involved in the design process of these places, allowing them to shape their environment according to their specific needs and empowering them to become active members of the community in a culturally diverse environment, creating places which allow them to benefit from the diversity and wealth of experiences in a multi-national neighbourhood. The study will include extensive research on the effect of migration and cultural differences on migrant children’s definition of home, their sense of place and space, and their particular design necessities. In order to reach design ideas, immigrant children’s feedback and ideas on their private and social living places are going to be discovered through workshops, interviews and place making activities.

 

Autor: Benno Burgey
Titel: Concrete Jungle BRD - Die Großwohnsiedlungen des Funktionalismus in Deutschland (West) und ihre Rezeption in der subkulturellen Musik von 1972 bis 2005
Beginn: Februar 2010

 

Subkulturelle Musikformen wie Punkrock, Reggea und HipHop beginnen in den 1970er-Jahren auf internationaler Ebene, die Großwohnsiedlungen des Funktionalismus in Liedtexten und Bildern zu thematisieren. Die Titel zu diesem Themengebiet sind rein quantitativ gesehen ein Randthema, dabei jedoch häufig von hohem Bekanntheitsgrad. Vor allem aber entwickeln sie eine spezifische Sicht auf diese Architektur: Neben der Konfrontation der modernen Stadt mit der „Problemzone“ Großsiedlung und der heftigen und zynischen Kritik an deren offensichtlichen Mängeln entstehen auch Formen der Aneignung. Diese können bis hin zur Ausbildung von Brandings aus den signifikanten Stilelementen des „Bauwirtschaftsfunktionalismus“ reichen.

Diese Entwicklung erfolgte parallel zu einer breiten Debatte über die Großwohnsiedlungen im öffentlichen und architekturtheoretischen Bereich. In Deutschland sind die „Trabantenstädte“ der 1960er- und 1970er-Jahre nach wie vor im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Die Diskussion wird hierbei jedoch fast ausschließlich auf den Begriff „sozialer Brennpunkt“ reduziert und das Scheitern des funktionalistischen Massenwohnungsbaus steht nach wie vor häufig beispielhaft für Kritik an der gesamten modernen Architektur.

Demgegenüber möchte die Arbeit charakteristische Fälle aus der Auseinandersetzung der subkulturellen Musik mit den Großwohnsiedlungen darstellen und analysieren. Diese werden in den Kontext der Architekturtheorien des Wohnens und der Musik gestellt, um die charakteristischen Merkmale der Entwicklung zwischen Kritik und Aneignung herauszustellen.

 

 

Zweitbetreuungen laufender Dissertationen durch Prof. Dr. Riklef Rambow

Autorin: Celina Martinez
Titel: Bild im Leitbild. Die Bildfunktion in der Entwicklung von städtebaulichen Leitbildern am Beispiel Metropolitanraum Zürich
Erstbetreuer: Prof. Peter A. Staub, Institut für Architektur und Raumentwicklung, Universität Liechtenstein
Beginn: September 2013, geplantes Ende: September 2016


Städtebauliche Leitbilder sind in der Stadtplanung ein nicht bindendes Instrument, das seine Wirkung im Diskussionsprozess durch Überzeugungskraft und Konsensbildung erreicht. Sie wirken als Mediator zwischen Fachressorts, Behörden und anderen Akteuren.
Die Kommunikation bei städtebaulichen Grundthemen ist dabei ein entscheidender Faktor. Ideen, Ziele und Interessen werden in Leitbildern nicht allein durch Worte ausgedrückt, sondern durch diverse Bilder (Skizzen, Fotos, Diagramme und Visualisierungen) konzipiert und dargestellt. Wie in der Werbung geht es auch bei der Vermittlung von Leitbildern darum, die Bildfunktion mit Blick auf die Empfänger zu wählen.
Zwar wurde schon vermehrt über die Entwicklung und die Funktion städtebaulicher Leitbilder nachgedacht, welche Funktion Bilder innerhalb eines Leitbildprozesses haben, ist aber kaum erforscht.
Das Forschungsvorhaben behandelt den Beitrag von Bildern zur Kommunikation innerhalb eines Entstehungsprozesses städtebaulicher Leitbilder. Anhand von ausgewählten Fallbeispielen städtebaulicher Leitbildern im Metropolitanraum Zürich werden die Funktionen und Verwendungsweisen von Bildern in den verschiedenen Phasen eines Leitbildprozesses (Ideenentwicklung, Ausarbeitung, Stabilisierung) im Zusammenhang mit deren involvierten Akteuren untersucht. Dabei ist nebst einer Analyse der vorhandenen Unterlagen (Protokolle, Zwischenberichte und Diskussionspapiere) die Befragung der Prozessbeteiligten (Stadtplaner, Planungsbüros, Kommunikationsexperten und die Öffentlichkeit) zur Verwendung von Bildern in der Leitbildentwicklung Kern der Untersuchung.
Ziel ist eine bewusstere Auseinandersetzung mit dem ‚Bild im Leitbild‘ als Entwurfs- und Kommunikationsinstrument. Der Erkenntnisgewinn über die Funktion von Bildern in den verschiedenen Stufenfolgen einer Leitbildentwicklung soll die Beteiligten unterstützen, das Medium Bild zukünftig noch zielgerichteter einzusetzen.