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a*komm | außer der reihe #3: Es heißt ja Ausstellung und nicht Ausdruckung. Aktuelle Positionen kuratorischer Praxis.

 

Dieser dritte Abend des sommerlichen Veranstaltungsprogramms widmete sich intensiv dem Thema Architekturausstellungen, einer Schwerpunktthematik am Fachgebiet Architekturkommunikation. Drei Gäste stellten im Foyer des ersten Stocks im Fakultätsgebäude Ihre Arbeit vor; im Anschluss daran wurde die Ausstellung „Aktuelle Positionen kuratorischer Praxis“, die vom a*komm-Team auf der Grundlage studentischer Arbeiten gestaltet wurde, eröffnet und die Vorträge wurden bei Getränken und kleinen Speisen intensiv in kleinen Runden diskutiert. 

Oliver Elser, Kurator am Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt/Main, eröffnete den Abend. Er konzentrierte sich in seinem Vortrag auf zwei große Ausstellungen, deren Konzeption und Ausführung er detailliert erläuterte: Die Ausstellung „Das Architekturmodell. Werkzeug, Fetisch, kleine Utopie“ aus dem Jahre 2012 und die gerade eröffnete Ausstellung „Mission: Postmoderne“, die aus Anlass des 30-jährigen Bestehens des DAM einen Rückblick auf die Arbeit des Gründungsdirektors Heinrich Klotz wirft. 

Hubertus Adam, Direktor des Schweizerischen Architekturmuseums S AM in Basel, legte seinen Vortrag breiter an und zeigte anhand zahlreicher Ausstellungskonzepte aus den letzten Jahren, wie sich die eigenen kuratorischen Interessen, die Erwartungen der verschiedenen Zielgruppen und die spezifischen Anforderungen und Möglichkeiten der vorhandenen Räumlichkeiten zu immer wieder unterschiedlichen Lösungen führen.

Die Architektin Ines Aubert von dem Büro „Stiftung Freizeit“ in Berlin, erläuterte vor allem die Entwicklung des Gestaltungskonzepts für die Ausstellung „Afritecture“, die 2013 am Architekturmuseum München gezeigt wurde und, zumindest gemessen an den Besucherzahlen, eine der erfolgreichsten Architekturausstellungen der letzten Jahre war. Die Gestaltung versuchte, durch unkonventionelle Ideen Berührungsängste mit der Thematik abzubauen und die Besucherinnen und Besucher zu Eigenaktivität und Kommunikation anzuregen. 

Etwa sechzig Zuhörerinnen und Zuhörer folgten den Vorträgen mit großem Interesse. Da die Zeit schon weit fortgeschritten war, wurde die abschließende Diskussion an Bar und Buffet verlegt; sie war gleichwohl lebhaft und kontrovers. Die Ausstellung als Medium der Architekturkommunikation besitzt heute mehr denn je die Möglichkeit, Themen zu exponieren, Positionen zu besetzen und Diskurse anzuregen. Die kuratorischen Möglichkeiten dazu sind vielfältig und müssen kontinuierlich hinterfragt und weiterentwickelt werden.

Fotos: Hannah Cooke für a*komm