Architekturkommunikation

Laufende Dissertationen

Autor: Gregor Jonas Brundke, M. Sc.
Titel: YouTube als Archiv architektonischer Referenzen
Beginn: Juni 2020

Ausgangspunkt dieser Arbeit bilden zwei miteinander verschränkte Beobachtungen: Die Verringerung ohnehin geringer Lehranteile theoretischer und geschichtlicher Lehrstühle an deutschen Architekturfakultäten mit einhergehenden Defiziten an architektonischen Referenzen auf Seiten der Student*innen und die derzeitige Entwicklung im Bereich mitunter wissenschaftlicher Wissensvermittlung mittels Lehrvideos auf YouTube. Vor diesem Hintergrund soll als Ergänzung zur akademischen Entwurfslehre ein Videoarchiv konzeptstarker Architekturen und planungsorientierter Handlungsanweisungen entstehen, dessen Videos von und mit Student*innen in Lehrveranstaltungen konzipiert, inhaltlich erarbeitet, produziert und in Design-Based Research iterativ evaluiert und weiterentwickelt werden. Neben den Potenzialen des Lehrvideos in puncto Barrierefreiheit und Internationalisierung soll untersucht werden, welche Mechaniken bestehender YouTube Kanäle anderer Wissenschaftsbereiche auf die Architektur anwendbar und welche hieraus zu gewinnenden Erkenntnisse auf weitere Disziplinen übertragbar sind.

 

Autorin: Barbara Żak
Titel: Von der Schönheit des Sichtbetons: Eine Frage der Kommunikation?
Architekturkommunikation im Vergleich zwischen Deutschland und der Schweiz am Beispiel Sichtbeton.
Beginn: Juli 2019

Hässlich und kalt oder schön und warm? Die Verwendung von Sichtbeton als Gestaltungmittel in der Architektur ist ein vieldiskutiertes Reizthema: Die Wahrnehmung und Bewertung dieses Baustoffs durch Experten und Laien der Architektur könnte kaum unterschiedlicher sein. Angelehnt an die bisherigen Forschungsergebnisse im Feld der sog. Experten-Laien-Kommunikation in der Architektur (z.B. Rambow, 2000; Benz & Rambow, 2011) liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Frage nach dem Zusammenhang von Architekturkommunikation und der Wahrnehmung bzw. Bewertung von zeitgenössischer Architektur. Im Fokus soll hier aber besonders die Laienperspektive stehen: Kindergarten, Schule, tägliche Zeitungslektüre, Abendnachrichten oder Beteiligungsverfahren in der Nachbarschaft – an welchen Stellen im täglichen Leben kommen Laien mit dem Thema Architektur in Berührung? Wie sieht ihre „architektonische Sozialisierung“ aus und wie wirkt sich diese auf die Wahrnehmung und Bewertung von Architektur aus? Um sich diesen Fragen zu nähern, stellt die Arbeit einen länderübergreifenden Vergleich an. Auf der Suche nach positiven Beispielen der Architekturkommunikation wird aus deutscher Perspektive oft in die Schweiz geschaut, in der die Kommunikationskultur scheinbar eine „bessere“ oder zumindest eine andere ist. Würde ein und dieselbe Architektur, deren vornehmliches Hauptmerkmal Sichtbeton ist, in der Schweiz daher anders wahrgenommen und bewertet werden als in Deutschland? Durch Experteninterviews sowie eine Analyse öffentlicher Diskussionen (Zeitungen, Internetforen) zu ausgewählten Fallbeispielen wird sich diese Arbeit der Frage nach dem Zusammenhang von Kommunikation und Wahrnehmung sowie Bewertung von Architektur nähern.