Vortragsreihe "All Tomorrow's Places"

Karlsruher Architekturvorträge, Wintersemester 2021/22
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Die Karlsruher Architektur­vorträge im Winter­semester 2021/22 widmen sich der Frage, wie die Archi­tektur zur Schaffung einer zukunfts­fähigen Lebens­welt bei­tragen kann. Unter dem Titel ''All Tomorrow’s Places'' werden sechs Gäste aus Frank­reich, Belgien, den Nieder­landen, Slowenien, Tschechien/der Slowakei und Indien ihre Arbeit präsen­tieren. Alle Vorträge werden online und in englischer Sprache statt­finden. Die Reihe wird im Auftrag der KIT-Fakultät für Archi­tektur organisiert vom Team der Professur Architektur­kommunikation.

"All Tomorrow's Places" zielt auf eine Architektur, die einer­seits intelligent, achtsam, nachhaltig, kontext­sensitiv und sozial gerecht ist, anderer­seits ästhetisch raffiniert, ideen­reich und originell. Eine Archi­tektur, die reiz­volle, einprägsame, starke und sinnliche Orte für diverse Bevölkerungs­gruppen schafft und gleich­zeitig nach zukunfts­weisenden Lösungen für die existenziellen Heraus­forderungen sucht, vor denen die Gesellschaft als Ganzes und die Architekt*innen im Besonderen stehen.

 

The Karlsruhe Architecture Lectures in the winter semester 2021/22 are dedicated to the question of how architecture can contribute to the creation of a sustainable living environment. Under the title ''All Tomorrow's Places'', six guests from France, Belgium, the Netherlands, Slovenia, the Czech Republic/Slovakia and India will present their work. All presentations will be online and in English. The series is organised on behalf of the KIT Faculty of Architecture by the team of the Chair of Architectural Communication.

"All Tomorrow’s Places" aims at an architecture that is on the one hand intelligent, mindful, sustainable, context-sensitive and socially fair, and on the other hand aesthetically refined, lavishly rich in ideas, and utterly original. An architecture that creates delightful, memorable, strong and sensual places for diverse constituencies while at the same time seeking forward-looking solutions to the existential challenges that society as a whole and architects in particular are facing.

 

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All Tomorrow's Places 1 - Anupama Kundoo

Anupama Kundoo
Anupama Kundoo Architects

03. November 2021, 19:00 Uhr

­­­­­­Anupama Kundoo ist eine indische Architektin, die in Mumbai studiert hat und an der TU Berlin promoviert wurde. Sie sagt: ''My work begins with and remains close to the deep human need to have purpose, refuge, and social engagement. It speaks through details; details that foster intimacy and variety, sensory and spatial. It is where makers engage with hand and mind to produce objects they are proud of, where they transform simple materials with care and intelligence into purposeful structures, where they are challenged to do more with less, and where they routinely exceed all expectations including their own.'' Für ihre Arbeit wurde sie in diesem Jahr nicht nur mit dem IUA Auguste Perret Prize für die Anwendung von Technologie in der Architektur ausgezeichnet, sondern auch mit dem RIBA Charles Jencks Award für die Verbindung von Theorie und Praxis. Das dürfte vor ihr noch niemandem gelungen sein.

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All Tomorrow's Places 2 - Ondřej Chybík & Michal Krištof

Ondřej Chybík & Michal Krištof
Chybík+Krištof Associated Architects s.r.o.

10. November 2021, 19:00 Uhr

Ondřej Chybik und Michal Krištof gründeten ihr Büro vor elf Jahren, nachdem sie in verschiedensten europäischen Ländern studiert und gearbeitet hatten. Heute hat das Büro über fünfzig Mitarbeiter*innen an den Standorten Brünn, Prag und Bratislava, widmet sich den verschiedensten Maßstabsebenen und hat sich das grenzüberschreitende Arbeiten in jedem Sinne zum Prinzip gemacht. Transformation und Adaptation sind ihrer Ansicht nach die zentralen Herausforderungen der gegenwärtigen Architektur: Architekt*innen sollen eine aktive Rolle in der Stadtplanung übernehmen und Veränderungen selbst initiieren. Diese Prinzipien haben sie jüngst bei der Reaktivierung des Zvonarka Central Bus Terminal in Brünn, einer brutalistischen Struktur aus den sechziger Jahren, beeindruckend und beispielhaft realisiert.

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All Tomorrow's Places 3 - Maruša Zorec

Maruša Zorec
Arrea arhitektura d.o.o.

24. November 2021, 19:00 Uhr

Maruša Zorec hat an der Universität von Ljubljana studiert, wo sie seit 1993 auch lehrt, mittlerweile als Professorin. 1999 gründete sie in Ljubljana ihr Büro arrea und realisierte zahlreiche Projekte. Ihre Arbeit ist tief in der slowenischen Tradition begründet und entwickelt sich aus einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Bestehenden, mit dem Ort und den zur Verfügung stehenden Materialien. Ihr Ansatz ist regional, sparsam und nachhaltig im umfassenden Sinn, und gerade deswegen gelingt es ihr, Orte von höchster Signifikanz und Qualität zu entwickeln, die mittlerweile ebenso zu Ljubljana gehören wie Plečnik und Ravnikar. Ihre kompromisslos moderne und zeitgemäße Arbeit wurde in Slowenien mit allen denkbaren Preisen ausgezeichnet, wird aber immer stärker auch international als beispielhaft wahrgenommen, nicht zuletzt aufgrund ihrer Beteiligung an der Architekturbiennale Venedig 2018.

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All Tomorrow's Places 4 - David Driesen & Tom Verschueren

David Driesen & Tom Verschueren
dmvA Architecten

01. Dezember 2021, 19:00 Uhr

Tom Verschueren und David Driesen gründeten ihr Büro im Jahre 1997 in der flandrischen Stadt Mechelen und nannten es ''door middel van Architectuur'', mit den Mitteln der Architektur. Sie lernten sich bei einem postgradualen Studium der Stadtplanung und des Denkmalschutzes in Antwerpen kennen, und genau das kennzeichnet ihre Arbeit: Alle denkbaren Möglichkeiten der Architektur zu nutzen, um die bestehende Stadt vorsichtig und dennoch radikal weiterzuentwickeln. Das Ergebnis sind sehr unterschiedliche, vielschichtige und explizit undogmatische Gebäude, die raffiniert mit unterschiedlichen Materialien arbeiten und überraschende Detaillösungen finden. Das Ziel ist, Orte zu schaffen, die das Leben der Menschen bereichern, Geschichten erzählen und neue Nutzungsmöglichkeiten erschließen. Das ist jüngst wieder bei dem erstaunlichen nOna Kunstcentrum in Mechelen besonders überzeugend gelungen, einem Gebäude, das sich wie selbstverständlich in die Stadt einschreibt und eine verblüffende Vielfalt an Räumen auf minimaler Fläche erzeugt.

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All Tomorrow's Places 5 - Umberto Napolitano

Umberto Napolitano
LAN (Local Architecture Network)

08. Dezember 2021, 19:00 Uhr

Umberto Napolitano studierte Architektur zunächst an der Università Federico II in Neapel und dann in la Villette/Paris. Dort gründete er 2002 mit Benoit Jallon das Büro Local Architecture Network, das seither stetig wuchs, zahlreiche bemerkenswerte Projekte realisieren konnte und mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde. Ein wichtiger Teil der Bürokonzeption sind die universitäre Lehre und die Theorieproduktion. Dafür wurde 2020 das Forschungslabor RAAR gegründet. Umberto Napolitano selbst lehrte unter anderem an der Columbia University New York und der Architectural Association in London. 2021 erschien das Buch ''Napoli Supermodern'' bei Park Books, in dem er sich intensiv mit der Architektur seiner Heimatstadt auseinandersetzt. Dieses äußerst empfehlenswerte Buch verbindet die Reflexion über die eigene entwerferische Entwicklung mit sehr präzisen Analysen der bislang nur wenig untersuchten modernen Architektur Neapels und ihres Verhältnisses zum einzigartig starken historischen Ort: ''An Investigation into the power of places in our imagination'', wie domus schreibt.

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All Tomorrow's Places 6 - Mechthild Stuhlmacher

Mechthild Stuhlmacher
Korteknie Stuhlmacher Architecten

15. Dezember 2021, 19:00 Uhr

Mechthild Stuhlmacher begann ihre Ausbildung in Architektur und Musik in Deutschland, schloss sie an der TU Delft ab und blieb in den Niederlanden. 2001 gründete sie, nach Stationen unter anderem bei Mecanoo und David Chipperfield, mit Rien Korteknie in Rotterdam das Büro Korteknie Stuhlmacher Architecten. Das Büro hat eine bemerkenswerte Entwicklung genommen und ist mittlerweile europaweit für die intelligente Transformation wertvollen Gebäudebestands bekannt. Zuletzt erregte die Umwandlung eines barocken Dominikanerklosters in eine öffentliche Bibliothek im belgischen Mechelen Aufsehen. KSA arbeiten interdisziplinär und kollaborativ und setzen sich intensiv mit komplexen räumlichen, sozialen und kulturellen Kontexten auseinander.

 

 

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