Vortragsreihe "Kontakte"

Karlsruher Architekturvorträge, Wintersemester 2023/24

Kontakte können gefährlich sein. Das haben wir während der Pandemie gelernt. Aber Kontakte sind auch essenziell, um soziale Geflechte entwickeln, um Wissensgemeinschaften bilden und gesellschaftlich verantwortlich agieren zu können. Im Vergleich zur systemisch gedachten Vernetzung wirkt der persönliche Kontakt fast rührend anachronistisch. Gleichwohl ist seine Direktheit auch kraftvoll und befriedigend. In der Zeit nach der Pandemie hat die KIT-Fakultät für Architektur bewusst die Anzahl der Kontakte nach außen und innen erhöht. Das wird im gerade erschienenen Jahrbuch 2023 eindrücklich dokumentiert und die diesjährige Vortragsreihe schließt daran an. Wir haben sechs Persönlichkeiten eingeladen, mit denen wir in Kontakt treten wollen, um uns "anstecken" zu lassen. Von Ideen und Positionen, die ihrerseits in Kontakt mit relevanten Realitäten stehen, und die Kontakte herstellen zwischen Innen und Außen, Natur und Stadt, zwischen Konzept und Wirklichkeit, Orten und Kontexten.

Florian Kaiser
Atelier Kaiser Shen, Stuttgart/D

22. November 2023, 19:00Uhr

Florian Kaiser, freier Architekt BDA, geboren 1987 in Biberach a. d. Riß, studierte Architektur an der Universität Stuttgart und schloss dort 2012 das Diplom mit mehreren Auszeichnungen ab. Während des Studiums Mitarbeit in verschiedenen Büros in Stuttgart, London und Peking. Nach dem Diplom arbeitete er bei Herzog & de Meuron in Basel. Von 2016 bis 2020 unterrichtete er am Institut für Baukonstruktion 3, Prof. Jens Ludloff, an der Universität Stuttgart und gründete 2017 gemeinsam mit Guobin Shen das Architekturbüro „Atelier Kaiser Shen“. Ihre Arbeiten wurden mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, darunter die Hugo-Häring-Auszeichnung 2020 und eine Anerkennung beim BDA Max40-Architekturpreis für junge Architektinnen und Architekten.

https://atelierkaisershen.de/

 

Florian Kaiser
Atelier Kaiser Shen, Stuttgart/D

November 22, 2023, 7:00pm

Florian Kaiser, a freelance architect (BDA), was born in 1987 in Biberach an der Riß. He studied architecture at the University of Stuttgart, graduating with a diploma in 2012 and receiving several awards. During his studies, he worked in various architectural practices in Stuttgart, London and Beijing. After graduating, he worked at Herzog & de Meuron in Basel. From 2016 to 2020, he taught at the Institute for Building Construction 3, under Prof. Jens Ludloff, at the University of Stuttgart, and in 2017 founded the architectural practice ‘Atelier Kaiser Shen’ together with Guobin Shen. Their work has been recognised with various awards, including the 2020 Hugo Häring Award and a commendation at the BDA Max40 Architecture Prize for young architects.

 

Alessandro Gess
l'AUC, Paris/F

29.November 2023, 19:00 Uhr

Alessandro Gess ist Architekt und Stadtplaner und Partner des Pariser Büros l'AUC. Er schloss sein Studium der Architektur und Stadtplanung an der Technischen Universität München und der École Nationale Supérieure d'Architecture de Versailles ab und besitzt einen postgradualen Master-Abschluss in Stadtplanung und Governance vom Institut d'études politiques de Paris (Sciences Po). Aktuell hat er eine Gastprofessur der Wüstenrot Stiftung für Bauen im Bestand an der KIT-Fakultät für Architektur inne.

Die Projekte von l'AUC erforschen Szenarien für die zeitgenössische Metropole, indem sie konventionelle Hierarchien von Maßstäben und Disziplinen in Frage stellen. Die Arbeit befasst sich mit Themen wie der produktiven Stadt, dem urbanen Potenzial öffentlicher Räume, strategischer langfristiger Stadt- und Raumplanung, der Rolle großstädtischer Verkehrsknotenpunkte, der Umwandlung bestehender städtischer Verhältnisse, der Untersuchung typologischer Hybridisierung, dem Entwurf flexibler Strukturen/Volumina, adaptiver Wiederverwendung sowie zirkulärer Designstrategien.

http://laucparis.com/

Alessandro Gess
l'AUC, Paris/F

November 29, 2023, 7:00pm

Alessandro Gess is an architect and urban planner and a partner at the Paris-based firm l'AUC. He completed his studies in architecture and urban planning at the Technical University of Munich and the École Nationale Supérieure d'Architecture de Versailles, and holds a postgraduate Master’s degree in urban planning and governance from the Institut d'études politiques de Paris (Sciences Po). He currently holds a visiting professorship funded by the Wüstenrot Foundation for Building in Existing Contexts at the KIT Faculty of Architecture.

l'AUC’s projects explore scenarios for the contemporary metropolis by challenging conventional hierarchies of scale and disciplines. The work addresses themes such as the productive city, the urban potential of public spaces, strategic long-term urban and spatial planning, the role of metropolitan transport hubs, the transformation of existing urban conditions, the investigation of typological hybridisation, the design of flexible structures/volumes, adaptive reuse, and circular design strategies.

 

Lauren Dierickx
LDSRa, Gent/BE

06.Dezember 2023, 19:00 Uhr

Lauren Dierickx, 1981 in Gent, Belgien, geboren, ist Ingenieurin, Architektin und Stadtplanerin. Seit 2017 betreibt sie gemeinsam mit Sander Rutgers ein Architekturbüro, in dem Fantasie, Forschung und Praxis ihren Platz finden. Außerdem leitet sie ein Architekturstudio an der Universität Gent. LDSRa erforscht ein neues Gleichgewicht zwischen Architektur und Natur, zwischen Innen und Außen, Äußerem und Innerem, um räumliche Antworten auf aktuelle Fragen zu geben.

https://ldsra.be/bureau

Lauren Dierickx
LDSRa, Gent/BE

December 06, 2023, 7:00pm

Lauren Dierickx, born in Ghent, Belgium, 1981, is an engineer-architect and urbanist. She has been running an architectural practice together with Sander Rutgers since 2017, in which imagination, research and practice find their place. She is also teaching an architecture studio at the University of Ghent. LDSRa explores a new balance between architecture and nature, between inside and outside, exterior and interior, to give spatial answers to topical questions.

 

Frédéric Chartier
ChartierDalix, Paris/F

13.Dezember 2023, 19:00 Uhr

Frédéric Chartier gründete ChartierDalix 2008 gemeinsam mit Pascale Dalix. Seit seiner Gründung hat ChartierDalix über 25 Gebäude fertiggestellt; zehn weitere befinden sich derzeit im Bau. Zu den herausragenden Leistungen des Büros zählen beständige und lobenswerte internationale Projekte wie der Wettbewerb „Demain Montparnasse“ im Jahr 2017 zur Sanierung des Montparnasse-Wolkenkratzers in Paris, gemeinsam mit dem Kollektiv Nouvelle AOM, sowie in jüngerer Zeit im Jahr 2021 der Umbau des Schulcampus Bockmühle in Essen (Deutschland) und die Neugestaltung eines Stadtblocks in Warschau.

Dank dieser internationalen Präsenz hat das Büro zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Preis „Première Œuvre du Moniteur“ im Jahr 2009 und den europäischen Preis „40 under 40“ für junge Architekten im Jahr 2012. Im Jahr 2022 gewann der neue Hauptsitz der AP-HP in Paris (12. Arrondissement) den Équerre d’argent-Preis in der Kategorie „Aktivitäten“. Das Büro wurde 2015 für den Mies-van-der-Rohe-Preis nominiert und erhielt 2017 den Le-Soufaché-Preis, der von der französischen Académie d’architecture für das gesamte Werk verliehen wurde. Im Jahr 2019 wurden Frédéric Chartier und Pascale Dalix vom französischen Kulturministerium zu Chevaliers des Arts et des Lettres ernannt.

Frédéric hatte Gelegenheit, an verschiedenen Universitäten und Architekturzentren in Frankreich und im Ausland zu lehren und Vorträge zu halten. Seit vielen Jahren beschäftigt sich die Forschungsabteilung des Büros mit der Integration von Biodiversität in die Architektur und verbindet dabei fundiertes Fachwissen in den Bereichen Materialkunde, Bauwissenschaft und Ökologie. Diese Forschungsergebnisse sind in einem 2019 bei ParkBooks erschienenen Buch mit dem Titel „Hosting Life: Architecture as an Ecosystem“ zusammengefasst.

https://www.chartier-dalix.com/fr

Frédéric Chartier
ChartierDalix, Paris/F

December 13, 2023, 7:00pm

Frédéric Chartier founded ChartierDalix with Pascale Dalix in 2008. Since its creation, ChartierDalix has delivered over twenty-five buildings; ten today are under construction. The office’s accomplishments are highlighted by consistent and commendable international projects such as the Demain Montparnasse competition in 2017 to rehabilitate the Montparnasse tower skyscraper in Paris, with the collective Nouvelle AOM, and more recently in 2021, the reconstruction of the Bockmühle school campus in Essen (Germany), and the restructuring of an urban block in Warsaw.

With this international exposure, the office has received numerous awards, including the Première Œuvre du Moniteur prize in 2009 and the “40 under 40” European prize for young architects in 2012. In 2022, the new headquarters of the AP-HP in Paris (12th) won the Équerre d’argent award, for the category of “Activities”. The office was nominated for the Mies van der Rohe Award in 2015, as well as receiving the Le Soufaché prize in 2017, awarded by the French Académie d’architecture for the whole of its work. In 2019, Frédéric Chartier and Pascale Dalix were appointed Chevaliers des Arts et des Lettres by the French Ministry of Culture.
 
Frédéric has had the opportunity to teach and lecture at various universities and architecture centres in France and abroad. For many years, the research department of the office has worked on the integration of biodiversity in architecture, combining advanced technical knowledge in the fields of materials, construction science, and ecology. This research is compiled in a book published in 2019 entitled "Hosting Life: Architecture as an Ecosystem" by ParkBooks.

 

 

Jörg Finkbeiner
Partner + Partner Architekten, Berlin und Baiersbronn-Obertal/D

17.Januar 2024, 19:00 Uhr

Jörg Finkbeiner, Dipl.- Ing. Architekt, *1970, absolvierte eine Ausbildung zum Schreiner und ein Architekturstudium an der TU Berlin. Seit 2006 ist er – zusammen mit seinem Büropartner – Geschäftsführer von Partner und Partner Architekten. Seit 2011 ist er Cradle to Cradle Consultant und gehört damit zu den Pionieren dieser Idee im Bereich Architektur in Deutschland. Das heißt, er war und ist maßgeblich daran beteiligt, das Prinzip der Wiederverwertbarkeit von Rohstoffen im Bauwesen bekannt zu machen – für mehr Nachhaltigkeit in der Baubranche. Jörg Finkbeiner war Lehrbeauftragter und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin und unterrichtete bis 2017 im Rahmen einer Professur unter anderem „nachhaltiges Konstruieren“ an der Hochschule Detmold. Neben der Arbeit im Büro ist er als Referent bei Veranstaltungen zu den Themen Wiederverwendung von Baumaterialien, Holzbau, Baukultur und Sustainable Cities bundesweit aktiv.

Partner und Partner Architekten sind ein Architekturbüro für nachhaltige Architektur. Die Grundlage ihrer Arbeit ist das Bauen mit Holz sowie dauerhaft gut funktionierende Gebäude. Dabei stehen nachwachsende Rohstoffe und eine ökologische Bauweise immer im Fokus. Partner und Partner Archtekten entwickeln gesunde, natürliche und effektive Architektur – in Deutschland und im europäischen Ausland. Es entstehen intelligente Gebäude, die über Jahrzehnte hinweg gut funktionieren, nutzungsoffen sind und deren Baustoffe man am Ende ihrer Lebensdauer wiederverwenden oder wiederverwerten kann.

https://partnerundpartner.com/de/

 

Jörg Finkbeiner
Partner + Partner Architekten, Berlin und Baiersbronn-Obertal/D

January 17, 2024, 7:00 pm

Jörg Finkbeiner, a qualified architect (Dipl.-Ing.), born in 1970, trained as a joiner and studied architecture at the Technical University of Berlin. Since 2006, he has been managing director of Partner und Partner Architekten, alongside his business partner. He has been a Cradle to Cradle consultant since 2011 and is thus one of the pioneers of this concept in the field of architecture in Germany. This means he has played, and continues to play, a key role in raising awareness of the principle of raw material recyclability in the construction industry – promoting greater sustainability within the sector. Jörg Finkbeiner was a lecturer and research assistant at the Technical University of Berlin and, until 2017, held a professorship at Detmold University of Applied Sciences, where he taught subjects including ‘sustainable design’. In addition to his work at the practice, he is active nationwide as a speaker at events on the topics of the reuse of building materials, timber construction, building culture and sustainable cities.

Partner und Partner Architekten is an architectural practice specialising in sustainable architecture. Their work is based on building with timber and creating buildings that function well over the long term. The focus is always on renewable raw materials and ecological construction methods. Partner und Partner Architekten develop healthy, natural and effective architecture – in Germany and across Europe. The result is intelligent buildings that function well for decades, are flexible in use, and whose building materials can be reused or recycled at the end of their lifespan.

 

Sebastian Lippok und Renate Walter
WALDRAP Architekt*innen, Zürich/CH

Neuer Termin: 31.Januar 2024, 19:00 Uhr

Renate Walter (*1983) studierte an der ETH Zürich und an der Southeast University of Nanjing, China. Ihr Diplom absolvierte sie 2009 an der ETH bei Prof. M. Sik. Renate Walter arbeitete bei Vogt Landschaftsarchitekten Zürich, E2A Architekten Zürich und beim Amt für Hochbauten Zürich. Seit 2015 ist sie selbständige Architektin und gründete 2017 mit Sebastian Lippok WALDRAP. Von 2022 bis 2023 war sie ordentliche Professorin an der HFT Stuttgart. Seit 2023 ist sie Gastprofessorin an der USI - Accademia di architettura in Mendrisio.

Sebastian Lippok (*1981) studierte Architektur an der Technischen Universität Delft und an der Universität der Künste Berlin, wo er 2008 mit dem Max Taut Preis diplomierte. Von 2008 bis 2014 arbeitete er bei E2A Architekten in Zürich. Von 2015 bis 2018 war er Assistent am Lehrstuhl EAST an der EPF Lausanne. Zusammen mit Renate Walter gründete er 2017 WALDRAP. Seit 2023 lehrt er im Atelier WALDRAP an der USI - Accademia di architettura in Mendrisio.

Die Arbeit von WALDRAP versteht sich als eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Lebensumständen, welche wie nie zuvor in ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit das Verhältnis zwischen Programm und Kontext manipulieren. Mit ihrer Arbeit versuchen WALDRAP dieses spannungsreiche Verhältnis in einen stabilen, von aussen resistenten aber auch diskursiv schönen Zustand zu bringen. Es gibt dabei in ihren Augen keine Ideal-Ästhetik an sich. Vielmehr hat der Versuch Schönheit zu erzeugen für sie einen gesellschaftlichen Aspekt in dessen Kontext der interagierende Mensch steht.

https://www.waldrap.ch/

Sebastian Lippok und Renate Walter
WALDRAP Architekt*innen, Zürich/CH

New date: January 31, 2024, 7:00 pm

Renate Walter (born 1983) studied at ETH Zurich and at Southeast University in Nanjing, China. She completed her degree in 2009 at ETH Zurich under Prof. M. Sik. Renate Walter worked at Vogt Landscape Architects in Zurich, E2A Architects in Zurich and at the Zurich Office of Building Construction. She has been a freelance architect since 2015 and founded WALDRAP with Sebastian Lippok in 2017. From 2022 to 2023, she was a full professor at the HFT Stuttgart. Since 2023, she has been a visiting professor at the USI – Accademia di architettura in Mendrisio.

Sebastian Lippok (*1981) studied architecture at Delft University of Technology and at the Berlin University of the Arts, where he graduated in 2008 with the Max Taut Prize. From 2008 to 2014, he worked at E2A Architects in Zurich. From 2015 to 2018, he was an assistant at the EAST Chair at EPFL in Lausanne. Together with Renate Walter, he founded WALDRAP in 2017. Since 2023, he has been teaching at the WALDRAP studio at the USI – Accademia di architettura in Mendrisio.

WALDRAP’s work is conceived as an exploration of contemporary living conditions, which, in their complexity and contradictions—unprecedented in scale—manipulate the relationship between programme and context. Through their work, WALDRAP seek to bring this tension-filled relationship into a stable state that is resistant to external influences yet also discursively beautiful. In their view, there is no such thing as an ideal aesthetic in itself. Rather, for them, the attempt to create beauty has a social aspect within the context of which the interacting human being is situated.